Der Sommer 2021 kommt mit Volldampf und die Inzidenzzahlen sinken täglich.
Aber natürlich haben Selbständige und Gewerbetreibende mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen.

Das hat auch die Bundesregierung erkannt und schickt daher die Überbrückungs- und Neustarthilfe in die Verlängerung.
Unter den schönen Namen Überbrückungshilfe III Plus und Neustarthilfe Plus werden diese in den Monaten Juli bis September 2021 fortgesetzt. Huch ist da nicht Wahl? Ach, bestimmt nur Zufall…

Im Prinzip gilt alles wie vorher aber mit dem besonderen Plus versehen.

Schauen wir uns das genauer an: Weiterhin ist ein Umsatzeinbruch von mindestens 30% Bedingung.
Und wieder freuen sich Steuerberater und Co. über mehr Umsatz aber auch mehr Arbeit. Denn die Anträge müssen über prüfende Dritte über die bekannten  Portale laufen.

Und ebenfalls gleich sind die ansteigenden prozentualen Fördersätze.

Und was ist mit dem Plus?
Neu hinzu kommt die sogenannte Restart-Prämie. Sie belohnt die Neuanstellung von Personal, bzw. das Rückholen aus der Kurzarbeit. Auch wer Personal mehr beschäftigt als vorher, wird bezuschusst.
Und zwar so:
Die Differenz der tatsächlichen Personalkosten vom Juli 2021 zum Mai 2021 wird zu 60% übernommen.
Im August gibt es noch 40%, im September 20%. Danach endet der Zuschuss.
In der Tat ein lobenswerter Ansatz. Wohl dem, der Personal findet.

Wer seine Firma umstrukturieren muss, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz abzuwehren, bekommt bis zu € 20.000,- Anwalts- und Gerichtskosten erstattet.

Und auch die Soloselbständigen werden bedacht: Die Neustarthilfe wird ebenfalls bis September verlängert. Und ab Juli 2021 sogar auf € 1.500,- (statt bisher € 1.250,-) erhöht.
Die Bedingungen bleiben ansonsten gleich.

Wir haben darüber in früheren Blogbeiträgen berichtet

Am Rande sei erwähnt, dass die maximale monatliche Förderung in der Überbrückungshilfe 3 Plus auf bis zu 10 Mio Euro steigt.

Wir hoffen, dass Sie die Hilfe gar nicht mehr benötigen und schauen frohen Mutes in die Zukunft.

Alle reden nur über die einheitliche „Notbremse“ für ganz Deutschland. Nebenbei: Einheitlich ist da kaum etwas, denn die Länder haben wieder Möglichkeiten, daraus auszuscheren…und haben das auch schon angekündigt.  Sorry, das muss mal sein: Der Lerneffekt in Bund und Land ist nicht besonders hoch.

Aber ganz nebenbei wurden bereits vorher einige wichtige Punkte geändert, die erhebliche Auswirkungen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben. Hier die Wichtigsten:

Verlängerung der erleichterten Kurzarbeit Regelung
Wer bis 30.06.21 mit Kurzarbeit begonnen hat, kann die vereinfachten Regeln bis Ende des Jahres 2021 beibehalten. Es reicht immer noch, dass mind. 10% der Beschäftigten betroffen sind (statt sonst 30%).  Es müssen also weiterhin keine Minusstunden aufgebaut werden, die Auszahlungssätze bleiben erhöht und es darf weiter dazu verdient werden.

Tests müssen Angeboten werden
Seit dem 20.04.21, vorerst befristet bis 30.06.21, müssen Arbeitgeber Ihren Arbeitnehmern regelmäßige Corona Tests anbieten. Regelmäßig bedeutet einmal die Woche, bei erhöhtem Ansteckung Risiko zweimal in der Woche. Ausgenommen sind Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten.
Der Arbeitnehmer muss das Testangebot nicht annehmen.  Auch dürfen Sie als Arbeitgeber das Ergebnis nicht kontrollieren. Bei positivem Ergebnis muss sich aber ein jeder bei der Gesundheitsbehörde melden.
Als Beweis reicht die Rechnung über die gelieferten Tests oder des beauftragten Dienstleisters.
Es ist aber sicher auch zu empfehlen, die Information an die Arbeitnehmer zu protokollieren.

Und wer trägt die nicht unerheblichen Kosten? Die Bundesregierung lehnt eine Übernahme ab, so dass die Arbeitgeber darauf „sitzen“ bleiben.
Ausnahmen gibt es aber. Z.B. im Gesundheitsbereich (z.B. Arztpraxen aber auch Physiotherapiepraxen) bekommen die Tests von der Kassenärztlichen Vereinigung erstattet.  
Übrigens geht die Bundesregierung davon aus, dass die Beschaffung der Tests mittlerweile kein Problem darstellt. Das mag bei wenigen Angestellten stimmen, stellt sich aber bei z.B. 500 Mitarbeitern schon ganz anders dar…

Homeoffice Pflicht
War es zunächst freiwillig, wurde es bereits zur Pflicht für Arbeitgeber: Sie müssen Ihren Arbeitnehmern/innen einen Homeoffice Arbeitsplatz anbieten. Bisher konnten Arbeitnehmer dies ablehnen. Das hat sich nun geändert: Ab Inkrafttreten der Notbremse (vermutlich am 24.04.21) müssen Arbeitnehmer das Angebot annehmen und im Homeoffice arbeiten. Man braucht schon triftige private Gründe, dies abzulehnen.

Elternkrankentage
Durch die ständigen Schließungen der Kitas und Schulen, müssen Eltern öfter zu Hause bleiben. Dafür stehen Ihnen pro Elternteil, rückwirkend zum Januar 2021, 30 Tage im Jahr zur Verfügung. Alleinerziehende Mütter oder Väter bekommen 60 Tage im Jahr.
In diesen Tagen wird Kinderkrankengeld gezahlt und so der Arbeitgeber nicht belastet. Abgesehen von dem Ausfall des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin natürlich.

Corona und kein Ende – das ist leider keine Floskel, sondern eine Tatsache, mit der sich die Wirtschaft und Politik auseinandersetzen muss.
Unternehmen und Selbständige brauchen ein immer längeres Durchhaltevermögen.
Damit das gelingt, verbessert die Regierung in Berlin die Überbrückungshilfe 3.
Und schafft gleich noch eine neue Hilfe.

Kurz zur Erinnerung: Die Überbrückungshilfe III (ÜH3) dürfen Unternehmen beantragen, die einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Vergleich zum Zeitraum in 2019 erlitten haben.
Im Moment wird die ÜH3 von November 2020 bis Juni 2021 gewährt.
Soloselbständige haben die Wahl zwischen der Neustarthilfe und der ÜH3.
Alles weitere finden Sie in unseren Blogbeiträgen vom 04.03.21 und 23.02.21.

Was wurde verbessert?

Die ÜH3 darf nun auch von Firmen beantrag werden, die bis spätestens 31.10.2020 gegründet wurden.

Bisher mussten Soloselbständige sich bei der Antragstellung entscheiden, ob sie die Neustarthilfe oder die ÜH3 beantragen. Nun wurde eine Günstigerprüfung im Rahmen der Schlussabrechnung eingeführt. Nach Ende des Zeitraumes (derzeit Juni 2021) muss eine Schlussabrechnung vorgelegt werden. So wird dargelegt, wie die Entwicklung wirklich war. Stellt sich dabei heraus, dass die jeweils andere Fördermöglichkeit besser ist, kann nachträglich gewechselt werden.

Antragsteller können in „begründeten Härtefällen“ einen alternativen Zeitraum wählen, um den Umsatzrückgang zu 2019 zu ermitteln.

Liegt der Umsatzrückgang über 7o Prozent, werden nun 100% der förderfähigen Fixkosten erstattet (statt vorher 90%).

Die größte Änderung ist der neue Eigenkapitalzuschuss.
Dieser soll Unternehmen unterstützen, die über einen langen Zeitraum Umsatzeinbrüche erleiden.
Der Eigenkapitalzuschuss wird zusätzlich zur ÜH3 gewährt.
Beantragen können ihn Unternehmen, die seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mindestens 50% erlitten haben. Und zwar in mindestens drei Monaten.

Der Eigenkapitalzuschuss beträgt bis zu 40% der in der ÜH3 erstattungsfähigen Fixkosten (größtenteils zumindest, einige besondere Kosten sind ausgenommen) . Und wird gestaffelt nach der Länge des Umsatzeinbruches.

Umsatzeinbruch

Monat  1  und 2: kein Zuschuss
Monat  3  Zuschuss in Höhe von 25%
Monat  4  Zuschuss in Höhe von 35%
Monat  5  Zuschuss in Höhe von 40%
Bei weiteren Monaten bleibt der Zuschuss bei 40%

Die Monate müssen dabei nicht aufeinander folgen. Beträgt z.B. der Einbruch in den Monaten November bis Februar 60%,, im teilgeöffneten März aber nur 30%, im geschlossenen April aber 70%, werden die einzelnen Monate mit 50% und mehr gezählt. Der März führt nicht dazu, dass das Zählwerk auf 0 gestellt wird.

Gewährt wird der Eigenkapitalzuschuss nur für Monate, in denen auch die ÜH34 beantragt wurde. Wurde die November- und Dezemberhilfe beantragt, wird von einem Umsatzrückgang von 50% ausgegangen, die Monate gehen also nicht verloren.

 

Und wie geht es nach Juni 2021 weiter?
So langsam dürfte klar werden, dass die Hoffnung auf ein normales Leben ab dem Sommer 2021 dahinschwindet. Selbst wenn alles geöffnet werden würde, haben die Betriebe noch über Monate mit den Folgen zu kämpfen.
Daher wird in Berlin schon sehr laut über die Verlängerung der Maßnahmen bis Ende 2021 nachgedacht.
Es bleibt also spannend und wir am Ball

Okay, die Frage ist etwas zynisch, spiegelt aber doch die Empfindungen vieler Betroffener wider.

Wie versprochen wollen wir Sie über die neue Coronahilfe für Soloselbständige informieren.

Seit 16.02.21 können Soloselbständige die sogenannte Neustarthilfe beantragen.
Zu den Soloselbständigen gehören auch Künstler und Schauspieler.
Wichtig gleich vorab: Man muss sich entscheiden, zwischen der Neustarthilfe und der Überbrückungshilfe III.

Zeitraum, Höhe und Voraussetzungen
Die Neustarthilfe gilt für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021. Sie beträgt maximal € 7.500,-.
Dabei muss ein Umsatzeinbruch von mindestens 60% im Vergleich zum Referenzzeitraum vorhanden sein. Referenzzeitraum ist der Durchschnittsumsatz des Jahres 2019 für diese Monate und wird wie folgt berechnet:
Umsatz 2019 geteilt durch 12 mal 6
Also z. B. €  30.000,- durch 12 = € 2.500,- x 6 = € 15.000,-

Von dem so errechneten Umsatz erhält man 50% als Fördersumme, maximal aber € 7.500,-
In diesem Rechenbespiel passt das genau. 50% von € 15.000,- ergeben € 7.500,-

Dieser Betrag wird auf Antrag als Vorschuss gewährt und ausgezahlt.

Nach Ende des Zeitraumes (also nach dem 30.06.2021) muss eine Endabrechnung gemacht werden.
Hat der Einbruch tatsächlich mehr als 60% betragen, darf man die Förderung behalten.
Hat der Einbruch weniger betragen, muss die Förderung anteilig oder ganz zurückgezahlt werden.

Das Ganze ist also als Investitions- oder Überlebenszuschuss zu sehen. Daher sicher auch der Name „Neustarthilfe“. Wir sind mal optimistisch und hoffen, dass wirklich in dieser Zeit ein Neustart möglich wird.

Wichtig: Im Gegensatz zu vielen anderen Hilfen, darf diese Neustarthilfe auch als Unternehmerlohn für private Zwecke genutzt werden!
Ein Nachweis über die Verwendung wird nicht verlangt.

Antragstellung und Ablauf

Der Antrag kann über die schon bekannte Plattform gestellt werden. Zu erreichen über diesen Link zum Direktantrag zur Neustarthilfe (klick)
Soloselbständige dürfen den Antrag auch ohne Steuerberater stellen. Es ist nur ein Elster Online Zugang notwendig. Einmal eingerichtet, ist der Antrag relativ simpel gehalten.
Man gibt kurz persönliche Daten ein und den Beginn der Tätigkeit. Wählt die Tätigkeit aus einem Katalog aus, und gibt den Umsatz ein. Das Programm errechnet die Fördersumme, hätte gern noch eine Bankverbindung und eine Reihe von Bestätigungen und das war es auch schon.
Wichtig ist: der Antrag kann nur einmal gestellt werden.  Er kann auch nicht geändert oder berichtigt werden. Die Umsatzzahlen sollten also gewissenhaft ermittelt werden.

Für den Antrag hat man bis 31.08.2021 Zeit.

Ab Juli bis spätestens Ende 2021 muss dann die Endabrechnung eingereicht werden. Sollte etwas zurück zu zahlen sein, hat man dafür bis 30.06.2022 Zeit.

 Wer ist eigentlich Soloselbständig und was gilt es noch zu beachten?

Wer kann denn nun den Antrag stellen?
Soloselbständige, die:

– ihr freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit hauptberuflich ausüben (mindestens 51% des Einkommens)
– weniger als eine Vollzeitangestellte/en beschäftigen. Wobei hier z.B. Minijobber zusammengezählt werden.
– die selbständige Tätigkeit vor dem 01.05.2020 aufgenommen haben. Wer danach gestartet ist, bekommt nichts. Der Zeitpunkt des Beginns wird im Formular abgefragt.
– keine Überbrückungshilfe 3 beantragt haben oder beantragen werden. Die Überbrückungshilfe 2 ist unschädlich

Im Moment ist das Verfahren nur für natürliche Personen offen. Wer Umsätze aus Personen- oder Kapitalgesellschaften  (z.B. GbR und GmbH) hat, kann den Antrag erst später stellen.
Achtung: In die Endabrechnung fließen diese Umsätze aber mit ein, auch in den Referenzzeitraum 2019.

Sogenannte unständige Beschäftigungsverhältnisse und kurz befristetete Beschäftigungsverhältnisse von darstellenden Künstlern können ebenfalls einen Antrag stellen. Es sei denn, sie haben in 2021 Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld erhalten.

 

Bildnachweis: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Das sehnsüchtige Warten hat ein Ende: Seit dem 10.02.21 kann die Überbrückungshilfe III beantragt werden.
Und Soloselbständige erhalten zusätzlich die „Neustarthilfe“. Allerdings gibt es nur eines von beiden.

Was ist die Überbrückungshilfe 3?

Wie der Name es schon vermuten lässt, ist es eine Fortführung der bisherigen Überbrückungshilfen I und II. Allerdings zu modifizierten Konditionen.
Es ist also nicht vergleichbar mit der November- und Dezemberhilfe. Diese entsprach tatsächlich der von Minister Scholz viel zitierten Bazooka. Die allerdings erhebliche Ladehemmungen hat. Denn gerade die Dezemberhilfe wird kaum ausgezahlt. Nun gut, wir haben ja auch erst Ende Februar…

Bei der Überbrückungshilfe III geht es wieder um die anteilige Erstattung von fixen Kosten.

Wer kann die Überbrückungshilfe III beantragen?

Alle Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von € 750,- Millionen.
Vorausgesetzt, sie haben einen Umsatzrückgang von mindestens 30% im Vergleich zum jeweiligen Monat in 2019.
Auch Soloselbständige, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, dürfen die ÜH3 beantragen. Allerdings müssen Sie sich zwischen der neugeschaffenen Neustarthilfe und der ÜH3 entscheiden. Beides geht nicht.
Wichtig ist noch: Das Unternehmen muss bis 30.04.2020 gegründet worden sein. Wurde später gegründet, gibt es keinen Anspruch auf die ÜH3.

Zeitraum und Voraussetzungen

Die Überbrückungshilfe III gilt für den Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021.
Sie überlappt sich somit mit der Überbrückungshilfe 2 und der November- und Dezemberhilfe.
Evtl. schon beantragte Hilfen werden verrechnet. Doppelte Hilfen gehen also nicht.

Voraussetzung ist ein Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Vergleich zum Referenzmonat in 2019.
Das ist neu, denn bei der ÜH 2 wurde ein anderer Vergleichszeitraum gewählt. So kann es also sein, dass einem Unternehmen die ÜH 2 für November und Dezember nicht zu stand, die ÜH 3 aber schon.
Und zwar wird die ÜH III gewährt für jeden Monat, in dem diese Voraussetzung vorlag.
Für spätere Monate, in dem wieder geöffnet wird, muss die Förderung also zurück gezahlt werden.

Es muss zum Schluss eine Endabrechnung gemacht werden.

Was wird in welcher Höhe gefördert?

Die Förderhöhe ist ähnlich wie bisher. Je Höher der Umsatzeinbruch, je Höher die Erstattung.
Und zwar wie folgt:

Umsatzrückgang von 30 bis 50 Prozent: bis zu 40% der förderfähigen Fixkosten
Umsatzrückgang von 50 bis 70 Prozent: bis zu 60% der förderfähigen Fixkosten
Umsatzrückgang von 70 bis 100 Prozent: bis zu 90% der förderfähigen Fixkosten

Und was sind die förderfähigen Fixkosten?
Im Wesentlichen die laufenden Kosten. Hier nur ein kleiner Auszug aus dem Katalog:

– Mieten und Mietnebenkosten wie Strom, Wärme usw.
– weitere Mieten und Leasing z.B. für KFZ, Maschinen usw,
– Zinsaufwendungen (aber keine Tilgungsraten)
– Ausgaben für notwendige Reparaturen
– Lizenzgebühren, z.B. Software Abos
– Versicherungen
– Lohnkosten (ohne Kurzarbeitergeld), aber nur pauschal 20% der übrigen Fixkosten
– Steuerberaterkosten im Zusammenhang mit der Beantragung der ÜH III

Einen ausführlichen Katalog finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums unter Punkt 2.4:
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Ueberbrueckungshilfe-lll/ueberbrueckungshilfe-lll.html

Hilfe beantragen und Auszahlung

Wie bisher auch, wird der Antrag über die Antragsplattform der Bundesregierung gestellt.
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Ueberbrueckungshilfe/ueberbrueckungshilfe.html

Und wieder muss der Antrag von einem Steuerberater (Wirtschaftsprüfer, Notar, Anwalt o.ä.) gestellt werden. Soloselbständige dürfen den Antrag allerdings selbst stellen, wenn die Fördersumme maximal € 7.500,- beträgt. Der Link ist der gleiche.

Auszahlung:
Wer kann das schon sagen, wann die kommt? Fest steht, dass zunächst nur Abschlagzahlungen geleistet werden.  Öffentlichkeit wirksam wurden erste Abschlagzahlungen schon geleistet.
Wann welche Zahlung erfolgen werden, möchten wir hier nicht mutmaßen.
Sicher gilt: Je eher der Antrag da ist, umso eher kann mit einer Zahlung gerechnet werden.
Wobei hier schon die Probleme anfangen: Beraterkanzleien können sich nicht registrieren, sondern nur einzelne Steuerberater. So steht vielen Kanzleien nur ein Zugang zu. Eine möglichst schnelle Bearbeitung mit möglichst vielen Mitarbeitern/innen geht also leider systembedingt nicht!?!

Neustarthilfe:

Diese neue Hilfe für Soloselbständige stellen wir in einem gesonderten Artikel vor

Da ist er nun, der zweite harte Lockdown.
Es ist müßig darüber zu reden, dass dieser früher hätte kommen müssen und der Sommer leider nicht zur Vorbereitung genutzt wurde.
Wir müssen damit leben.

Vor allem die Gewerbetreibenden und Selbständigen trifft dies erneut hart.
Die Regierung verspricht großzügige Hilfen und legt einige Programme auf.
Novemberhilfen, Dezemberhilfen, Überbrückungshilfe I-III, Neustart…. da schwirrt einem schnell der Kopf. Daher hier eine kleine Übersicht, über die größten Hilfen und was sonst noch geboten wird.

Novemberhilfe:

Sie kann seit Ende November beantragt werden, und zwar hier:
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Novemberhilfe/novemberhilfe.html

Beantragt wird sie über einen Steuerberater. Soloselbständige, die nicht mehr als € 5.000,- Förderung beantragen, können dies sogar alleine vornehmen. Es reicht ein gültiger Elster Online Zugang.

Firmen/Soloselbständige, die seit November geschlossen haben müssen (Restaurants, Fitness Studios, Kinos usw.) erhalten 75% des Umsatzes aus November 2019, berechnet auf die geschlossenen Tage (im November 29, da der Teillockdown ab 02.11.20 galt).
Wer nachweislich 80% des Umsatzes mit den o.g. Kunden macht, erhält ebenfalls die Hilfe.

Zunächst wird nur ein Abschlag gezahlt. Dieser soll kurzfristig kommen, wobei tendenziell es wohl Ende Dezember werden kann.
Die Hauptförderung kann im Januar erwartet werden.

Dezemberhilfe:

Die Voraussetzungen sind die gleichen, wie bei der Novemberhilfe. Jedoch ist der Zeitraum der Hilfe erst mal nur bis 20.12.20, dem vorläufigen Ende des erweiterten Teillockdowns.
Beantragt kann sie ab vermutlich Ende(!) Dezember werden.
Es wird wieder nur eine Abschlagzahlung geben, und später den Rest. Wann ist nicht bekannt.

Überbrückungshilfe II

Diese Hilfe kann schon länger beantragt werden (bis 31.02.2021) und umfasst die Monate September bis Dezember.
Im Prinzip können alle Unternehmer/Soloselbständige diese Hilfe beantragen wenn sie:
– einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% in zwei zusammenhängenden Monat im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den gleichen Monaten aus 2019
-einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2019 erlitten haben.

Erstattet werden hier die Fixkosten. Und zwar:
90% wenn der Umsatzeinbruch mehr als 70% betragen hat
60% wenn der Umsatzeinbruch mehr als50% aber weniger als 70% betragen hat
40% wenn der Umsatzeinbruch mehr als 30% aber weniger als 50% betragen hat

Und was sind nun Fixkosten?
-Mieten  (Räume, Häuser aber auch Autos und Maschinen usw.)
-Mietnebenkosten (Strom, Wasser, Gas, Reinigung usw.)
-Zinsaufwendungen für betriebliche Darlehen/Kredite
-Finanzierungskostenanteil von Leasingraten (Mietkaufvertrag siehe erster Punkt Mieten)
-Aufwendungen für notwendige Instandhaltungen
-Grundsteuern
-Lizenzgebühren (z.B. Software)
-Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben (z.B. Franchisekosten, Buchhaltungskosten, Gewerbesteuer, Künstlersozialkasse usw.)
-Kosten des Steuerberaters für diesen Antrag
-Lohnkosten, es werden pauschal 20% der o.g. Fixkosten, Personalkosten müssen aber entstanden sein, Angestellte dürfen also nicht vollständig in Kurzarbeit sein
-Kosten für Auszubildende
-nur für Reisebüros: zurückzuzahlende oder ausbleibende Provisionen oder Margen für Reiseveranstalter bei bestimmten Pauschalreisen

Wer von zu Hause aus ohne Angestellte arbeitet, geht leider weitgehend leer aus.
Beantragt wird diese Hilfe über den Steuerberater/vereidigten Buchprüfer unter dem beide r Novemberhilfe genannten Portal.

Am Ende muss eine Schlussabrechnung erstellt werden. Diese führt dann zu erhöhten Erstattungen oder Rückzahlungen.

Überbrückungshilfe III

Diese Hilfe führt die Überbrückungshilfe II fort, und zwar bis Ende Juni 2021.
Genaue Daten sind noch im Gespräch, jedoch stehen erste Eckdaten fest:
Wieder müssen die gleichen Umsatzeinbrüche vorherrschen.

Ganz aktuell (Stand 14.12.20) wurde der Katalog der Antragsberechtigten erweitert: Alle Firmen, die auf Grund des Beschlusses vom 13.12.20 schließen müssen, können diese Hilfe nun ebenfalls beantragen.
Insbesondere also der Einzelhandel.
Allerdings bleibt es wohl bei der Erstattung der Fixkosten. Die November/Dezemberhilfen werden also wohl nicht fortgesetzt.

Der Katalog der Fixkosten wurde erweitert. Und zwar um:
-bauliche Modernisierungs- Renovierungs- Hygienemaßnahmen bis zu € 20.000,-
-Abschreibungen auf Wirtschaftsgüter bis zu 50%
-Reisebüros können weiterhin Ihre ausgefallenen Provisionen fördern lassen, die Einschränkung auf Pauschalreisen entfällt aber
-Unternehmen aus der Veranstaltungs- und Kulturbranche dürfen Ausfallkosten geltend machen (Zeitraum Märt bis Dezember 2020)
-Sonderfonds für die Kulturbranche  (Näheres ist noch nicht bekannt)

Die Beantragung wiederum über Steuerberater über das bekannt Portaldurchgeführt.
Ab wann das möglich ist und wann die Auszahlungen starten ist noch unklar. Sicher nicht vor Januar.
Wichtig ist noch: Diese Hilfe setzt voraus, dass die o.g. November- und Dezemberhilfe nicht beantragt wurde.

Neustarthilfe für Soloselbständige

Sie ist Teil der Überbrückungshilfe III und wie der Name sagt, nur für Soloselbständige gedacht
Es wird einmalig bis zu € 5.000,- gezahlt und zwar für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021.
Berechnet wird es wie folgt:
25% des Umsatzes aus dem Vorjahresvergleichszeitraum.
Diese Förderung darf für den Unternehmerlohn genommen werden und ist nicht zurück zu zahlen. Es sei denn, der Einbruch fällt geringer aus.
Vermutlich wird die Hilfe ab Januar 2021 beantragt werden können und zwar auch ohne Steuerberater.
Die Kritik der Selbständigen an dieser Förderung reißt nicht ab, denn in der Tat fällt sie sehr gering aus. Und wird sehr spät gezahlt.

Und der große Rest

Einige Maßnahmen werden fortgeführt.
Vor allem die Kurzarbeit wird in ganz 2021 möglich sein (zu den vereinfachten Bedingungen).
Es gibt auch von einigen Bundesländern spezielle Förderungen wie besonders günstige Kredite.

Auch viele Landkreise und Gemeinden (z.B. Lüneburg bei Hamburg als besonders Gutes Beispiel) unterstützen Ihre Gewerbetreibenden mit besonderen Fördermaßnahmen.

Auch der vereinfachte Zugang zum ALGII soll bestehen bleiben.

Die nächsten Wochen bleiben spannend. Wir bleiben am Ball…

 

Bild von cromaconceptovisual auf Pixabay

Schon seit Beginn der Fördermaßnahmen für Selbständige und Unternehmer sind die Forderungen laut, auch endlich Soloselbständige zu unterstützen.
Denn die bisherigen Fördermaßnahmen zielten alle auf eine Unterstützung bei den Ausgaben ab. Diese haben Soloselbständige kaum, da sie oft Ihr Büro im eigenen Heim haben und auch sonst wenig laufende Kosten generieren.
Somit ging diese Gruppe leer aus.
Die Förderungen durften nicht für die privaten Kosten genutzt werden, den sogenannten Unternehmer Lohn. Aber dafür arbeitet ein Soloselbständiger nun einmal.

Nun wurden sie erhört. Wenn auch teils widerwillig. Und einige können gleich doppelt auf Hilfen hoffen:

1. Novemberhilfe:
Soloselbständige, die auf Grund des Beschlusses vom 28.10.2020 Ihren Betrieb schließen mussten können 75% des Umsatzes aus dem November 2019 als Förderung beantragen. Alternativ dazu kann auch der Durchschnittsumsatz des Jahres 2019 heran gezogen werden.

Ebenfalls können indirekt Betroffene (mind. 80% des Umsatzes wird mit direkt Betroffenen gemacht) die Förderung erhalten.

Und jetzt das Besondere: Wer maximal € 5.000,- Fördersumme bekommt, kann den Antrag auch ohne Steuerberater selbst stellen. Zwingend erforderlich ist dazu ein Elster Online Zugang. Den kann man hier beantragen: https://www.elster.de/eportal/registrierung-auswahl/hinweis2
Da ein Brief geschickt wird, dauert das ca. 1 Woche.

Ob dieses Geld auch für den Unternehmerlohn genutzt werden darf, ist noch nicht hundertprozentig klar. Wird aber allgemein vermutet, da es eine pauschalierte Förderung ist.
Mögliche andere bereits gewährte Hilfen werden angerechnet.

Beantragt kann die Förderung vermutlich ab dem 25.11.2020 werden.

2.
Neustarthilfe im Rahmen Überbrückungshilfe III

Diese Hilfe ist gerade noch im Entstehen und deckt den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 ab.
Es gibt einen Zuschuss von bis zu € 5.000,-. Berechnet wird es auf einen noch zu benennenden Zeitraum (vermutlich das Jahr 2019) und davon dann 25%.
Man muss mindestens 51% seines Einkommens als Soloselbständiger erzielen.
Dieser Zuschuss darf explizit als Unternehmerlohn genutzt werden.
Er wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.
Ist der Einbruch des Umsatzes allerdings im Laufe der Zeit geringer, muss der Zuschuss zurück gezahlt werden (anteilig).
Der Umsatzeinbruch von Dezember 2020 bis Juni 2021 muss mehr als fünfzig Prozent betragen.

Die Neustarthilfe soll ab Anfang 2021 beantrag werden können.
Weitere Infos gibt es beim Ministerium selbst:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/11/20201113-mehr-hilfe-fuer-soloselbstaendige-und-die-kultur-und-veranstaltungsbranche.html

Viele Soloselbständige werden sich sicher über die Hilfen freuen.
Trotzdem ist auch Kritik zu hören:

Hauptsächlich wegen der Höhe. So bemängelt der vgsd (klick), dass die Förderung im Vergleich zu den anderen Förderungen sehr gering ausfällt.
In der Tat entspricht er nur maximal € 714,29 (5000 für 7 Monate). Andere Hilfen, wie die Überbrückungshilfe oder Kurzarbeitergeld sind deutlich höher.
Auch dürfen keine weiteren Überbrückungshilfen beantrag werden.

Und die Neustarthilfe kommt sehr spät. Sie wird frühestens ab Januar 2021 ausgezahlt.
Kommt der Impfstoff wirklich, und gehen dadurch die Infektionszahlen zurück, werden sicher viele Maßnahmen zurückgenommen werden können. Dadurch wird auch die Konsumfreude wieder steigen. Die Umsätze steigen wieder, die Förderung muss anteilig zurückgezahlt werden.

Es bleibt das Credo: Besser spät als nie. Die Anerkennung der Wichtigkeit von Soloselbständigen wird vielen nicht munden.

UPDATE:
13.11.20
Nun kommt Fahrt auf, bei den Anträgen:

War bisher noch alles sehr vage, werden nun immer mehr Eckdaten bekannt:
Die Novemberhilfe wird in der Tat über die unten genannte Plattform für die Überbrückungshilfen abgewickelt.
Anträge können direkt von der Schließung betroffenen Firmen über Ihre Steuerberater stellen.
Auch indirekt Betroffene können auf diesem Wege Anträge stellen. Etwas genauer wurde nun definiert, wer mit indirekt gemeint iist:
Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80 % ihrer Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen erzielen. Das sind z.B. Zulieferer oder Reinigungsunternehmen uswusw.
Hotels, die ja für Businesskunden geöffnet haben dürfen, werden als direkt betroffene Firmen angesehen.

Für Unternehmen, die auf Grund der jetzigen Lage zwar Umsatzeinbrüche haben aber Ihre Geschäfte geöffnet lassen dürfen, soll in Kürze die Überbrückungshilfe III geschaffen werden.

Soloselbständige können in der Tat Anträge ohne Berater stellen können.
Das geht auch über die o.g. Plattform. Dazu muss man sich identifizieren. Das wird wohl erst ab 25.11.2020 möglich sein. Wir können nur raten, öfter dort nachzuschauen. Denn Steuerberater benötigen 3-5 Tage, bis die Registrierung abgeschlossen ist. Wertvolle Zeit, die ins Land streicht.

Ab voraussichtlich 25.11.2020 können auch die Abschlagzahlungen beantrag werden.
Ansonsten wurde das Meiste, was unten im Text schon steht, bestätigt.

Es gibt nun auch FAQs vom Bundesfinanzministerium:
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-11-05-faq-ausserordentliche-wirtschaftshilfe.html


Stand 06.11.2020:
Die Infektionszahlen steigen nun auch in Deutschland immer weiter. Die Regierung zieht die Reißleine und verhängt ab dem 02.11.2020 einen sogenannten Lockdown light.

Die sozialen Kontakte sollen so weit wie möglich eingeschränkt werden. Und daher müssen wieder viele Firmen schließen. Polemisch gesagt: Alles was Spaß macht und fit hält, macht zu.
Ob dies Sinn macht oder nicht, soll hier nicht das Thema sein und wird die Zukunft zeigen.

Finanzminister Scholz und Wirtschaftsminister Altmaier haben betroffenen Firmen Hilfen zugesagt. Die außerordentliche Wirtschaftshilfe des Bundes, besser bekannt als Novemberhilfe.

Wer darf das wie beantragen und wieviel gibt es?
Heute ist der 06.11.20 und es ist nach wie vor nur wenig bekannt. Aber das wollen wir gern beleuchten.

Wer?
Alle von der angeordneten Schließung direkt oder indirekt betroffenen Unternehmen und Soloselbständige.  Wir wollen hier nicht alle aufführen, aber grob sind es:
Restaurants (dürfen aber außer Haus verkaufen).
Kinos
Theater
Bars und Kneipen
Fitnessstudios
Kosmetikstudios
Tattoo-Studios
Amateursportveranstaltungen
Massagepraxen, sowie Physio,- Ergo-, Logo- und Podologietherapien, sofern sie nicht medizinisch notwendig sind (mit Rezept geht also)

Und viele mehr im Freizeitbereich.

Wer Indirekt betroffen ist, steht noch nicht genau fest. Klassisches Beispiel ist der Sportlehrer im Fitnessstudio, das nun geschlossen wird. Somit kann er/sie auch nicht mehr arbeiten.
Was aber ist mit dem Cateringservice, der z.B. hauptsächlich Stadien oder Veranstaltungen beliefert? Der darf weiter machen, hat aber defacto keine Auftraggeber.

Dieser Service und andere Betroffene, die jetzt hohe Einbußen haben, können immerhin auf die Überbrückungshilfe III hoffen. Daran wird gearbeitet und wird evtl. Anfang 2021 kommen. Man munkelt, dass sie sogar für den Unternehmer Lohn gelten soll. Denn bisher wurden nur wenige Überbrückungshilfen beantragt, da dieser wesentliche Punkt ausgenommen war.

 

Wie?
Es soll wieder über die Plattform der Überbrückungshilfen abgewickelt werden. Hier der Link dazu:
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Home/home.html

Also muss wohl wieder ein Steuerberater o.ä. beauftragt werden. Das bedeutet zusätzliche Kosten, für stark gebeutelte Branchen. Lichtblick: Soloselbständige sollen bis zu einem Förderbetrag von € 5.000,- die Novemberhilfe auch ohne Berater beantragen dürfen. Wie dieser Ablauf sei wird, steht auch noch nicht fest.

 

Wieviel,  ab wann und wie lange?

Die Novemberhilfe wird für maximal 4 Wochen ab Lockdown gewährt, sprich ab 02.11.2020.
Da hier auf die Wochen abgestellt wird, ist eine Verlängerung, so der Lockdown anhält, nicht ausgeschlossen.
Bemessungsgrundlage solle der durchschnittliche Wochenumsatz im November 2019 sein.
Soloselbständige können alternativ den durchschnittlichen Monatsumsatz des Jahres 2019 nehmen.

Gründer, die nach dem 31.10.2019 gestartet sind, dürfen den Monatsumsatz Oktober 2020 heranziehen oder den durchschnittlichen Umsatz seit Gründung.

Der Umsatz wird dabei nach der gleichen Methode berechnet, wie sie in der Umsatzsteuer angewendet wird (also Ist- oder Sollversteuerung). Umsatzsteuer befreite Unternehmen müssten logischer Weise die Istbeträge heranziehen. Geklärt ist dies aber alles noch nicht.

Von dieser Bemessungsgrundlage werden 75% als Beihilfe gewährt. Dabei hat Wirtschaftsminister Altmaier betont, dass diese Hilfe pauschal gewährt wird. Also kann sie auch für den Unternehmer Lohn benutzt werden. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Wer andere Hilfen bewilligt bekommen hat (Überbrückungshilfe II oder Kurzarbeitergeld), bekommt diese abgezogen. Nicht abgezogen werden z.B. die KfW-Kredite.

Man darf sogar etwas dazu verdienen. Entweder z.B. als Restaurant, dass außer Haus verkauft. Oder wenn man sich einen weiteren Verdienst sucht/aufbaut. Das wird nicht angerechnet, soweit es nicht 25% des Vergleich Umsatzes aus November 2019 übersteigt.
Es sollen dadurch Innovation und Tatenfreude honoriert werden.
Ein guter Ansatz, wie wir meinen.

Ab wann das ganze Programm anläuft, steht noch völlig in den Sternen. Avisiert wurde bisher, dass ab Ende November eine Abschlagzahlung beantrag werden kann. Das wird sich also ziemlich ziehen. Hoffentlich kommt es für einige nicht zu spät.
Eine Idee von uns dazu: Wenn der Rahmen der Hilfe feststeht, könnte man sich einen KfW Kredit in der errechneten Höhe beantragen und diesen dann bei Auszahlung der Hilfe wieder zurückzahlen.

Veranschlagt wurden 10 Milliarden Euro für dieses Hilfspaket.   Was geschieht, wenn das Geld aufgebraucht ist, steht auch noch nicht fest. Es kann nicht schaden, schon Mal alles vorzubereiten, um dann gleich zu den Ersten zu gehören.

Gibt es Höchstbeträge der Förderung?
Für Soloselbständige ohne Steuerberater sind es € 5.000,-. Was einem Umsatz im November 2019 von € 6.667,- entspricht.
Größere Firmen werden eine Förderhöchtsgrenze von € 1 Million Euro haben.

 

Wie geht es nun weiter?
Hier heißt es: Am Ball bleiben, was wir natürlich für Sie machen werden.
Alle hoffen, auf eine schnelle Umsetzung der Hilfen.
Nochmal erwähnt: Nebenbei sickert immer mehr durch, dass die Überbrückungshilfe III auch für private Ausgaben wie Mieten usw, benutzt werden darf. Das wäre ein riesen Fortschritt. Allerdings gibt es einige Politiker, die dies unter Hinweis auf den vereinfachten Zugang zur Grundsicherung blockieren.
Wäre schön, wenn diese einmal ein Formular zu diesem „einfachen Zugang“ ausfüllen würden. Dann wäre die Blockade sicher schnell vom Tisch.
Nun aber Schluss mit solchen Stammtischparolen.

Kommen Sie gut durch die Zeit und vor allem: Bleiben Sie gesund!!!

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Die Regierung hat viele Maßnahmen beschlossen, um die Wirtschaft während der Coronakrise wieder anzukurbeln. Einige hoch gelobt, andere umstritten.

Über kaum eine Maßnahme wird so viel diskutiert, wie die Mehrwert (Umsatz-) Steuer Senkung.
Der Umsatzsteuersatz wurde von 19 auf 16% gesenkt, bzw. von 7 auf 5%.
Zeitlich begrenzt vom 01.07. – 31.12.2020.

Was sich banal anhört, ist in der Praxis alles andere als trivial. Daher wollen wir Ihnen einige Klippen aufzeigen, und natürlich beim Umschiffen behilflich sein.

Vorab: Sie sind verpflichtet, die neuen Steuersätze anzuwenden. Sie sind aber nicht verpflichtet, die Preise runter zu setzen. Viele Kunden z.B. von Restaurants oder Kinos werden dafür Verständnis haben.

Zunächst einmal der Grundsatz:
Wann welcher Steuersatz anzuwenden ist, bemisst sich danach, wann die Leistung erbracht wird. Das Rechnungsdatum ist nicht entscheidend. So kann es also sein, dass schon im Juni eine Rechnung mit 16% ausgestellt werden musste (wenn Vorkasse verlangt wird). Aber natürlich auch, dass im Juli oder August Rechnungen mit 19% erstellt werden, wenn nachträglich abgerechnet wurde.
Übrigens: Eine Lieferung gilt immer schon mit Beginn der Beförderung als ausgeführt.
Dagegen sonstige Leistungen, wie z.B. eine Dienstleistung erst mit deren Beendigung.

Was aber nun, wenn ich im Juli 2020 aus Versehen eine Rechnung mit dem alten Steuersatz von 19% erstelle?
Laut BMF Schreiben vom 30.06.2020 dürfen Sie auf eine Berichtigung verzichten.
Der Rechnungsempfänger darf dann die 19% Vorsteuern abziehen (so es ein Unternehmen mit Vorsteuerabzug ist).  Privatleute könnten da schon eher auf einer Korrektur bestehen.
ab August muss berichtigt werden.

Skonti, Boni und Rabatte
Gewähren Sie Ihren Kunden nachträglich ein Skonto oder ähnliches, teilt dieses den Steuersatz der Rechnung. Wurde also z.B. im Juni die Rechnung erstellt mit 19%, und im Juli mit Skonto bezahlt, wird dieser Abzug mit 19% berechnet.

Teilleistungen
kommen häufig in der Baubranche oder Industrie vor. Handelt es sich um eine selbständige Teilleistung, zählt der Zeitpunkt, wann diese ausgeführt wurde.
Wurde vorab eine Anzahlung vor dem 01.07.2020 gefordert, wurde vermutlich diese mit 19% angesetzt. Wird nun die Leistung erst nach dem 01.07.20 erbracht, müssen 3% erstattet werden.

Dauerleistungen wie Vermietungen, Wartungen, Leasingverträge, Jahresrechnungen usw.
Sie ahnen es schon: Auch hier gilt der tatsächliche der Zeitpunkt Leistung für den Steuersatz.
Haben Sie Verträge mit Ihren Kunden laufen, müssen diese entsprechend geändert werden.
Es reichen Ergänzungen zu den Verträgen.
Jahresrechnungen (z.B. Hausmeistertätigkeit für das ganze Jahr, Rechnung im Januar erstellt) müssen leider geändert werden.

Umtausch
Es hört sich so einfach an: Ein Kunde kommt in den Laden, gibt die zu kleine Hose zurück und möchte die richtige Größe mitnehmen. Formell gesehen, wird damit der die ursprüngliche Lieferung rückgängig gemacht. Wurde die Hose im Juni gekauft und im Juli umgetauscht, steht dem Kunden also eine Erstattung von 3% zu, da nun der neue Steuersatz anzuwenden ist.

Preisauszeichnung
Wo wir schon mal im Laden sind: Muss ich alle Preise neu auszeichnen?
Zum Glück nicht. Weisen Sie die Kunden beim Betreten des Ladens darauf hin, dass sie an der Kasse 3% vom ausgezeichneten Preis abziehen.

Gutscheine
Die Regelungen für Gutscheine wurde ab 01.01.2019 neu geregelt.
Man unterscheidet zwischen Einzweck Gutscheinen und Mehrzweck Gutscheinen.

Einzweck Gutscheine: Betreiben Sie z.B. einen Buchhandel, der nur Bücher verkauft, dient dieser Gutschein nur diesem einen Zweck. Der Steuersatz wird auf jeden Fall 7% betragen. Somit ist beim Gutscheinkauf bereits die Umsatzsteuer zu berechnen. Und zwar mit dem zum Kaufzeitpunkt gültigen Steuersatz von 7% oder ab 01.07.2020 5%.

Bleiben wir im Buchladen: Haben Sie auch Produkte mit 19% Umsatzsteuer, z.B. Büroartikel, und der Kunde darf den Gutschein nach Lust und Laune in Ihrem Laden einlösen, handelt es sich um einen Mehrzweckgutschein.  Für diesen wird beim Verkauf des Gutscheines keine Umsatzsteuer berechnet, den er gilt wir ein normales Zahlungsmittel. Erst beim Einlösen wird der zutreffende Steuersatz gebucht.

Restaurants und Verpflegungsbetriebe
zu guter Letzt ein längerer Absatz speziell für Restaurants. Diese plagen sich schon lange mit unterschiedlichen Steuersätzen rum. Je nachdem, ob sie nun im Haus verkaufen oder außer Haus.
Die Forderung nach einem einheitlichen ermäßigten Steuersatz, wurden angesichts der besonderen Härt durch die Corona Pandemie immer lauter. Und nun auch erhört, aber nur zum Teil. Und da fängt der Spaß an:
Ab dem 01.07.2020 für ein Jahr bis zum 30.06.2021 wird der Steuersatz ermäßigt. Also zunächst auf 5%, ab dem 01.01.2021 auf 7%.
Das gilt aber nicht für Getränke. Die bleiben beim normalen Steuersatz. Also vom 01.07. – 31.12.20 bei 16%, ab dem 01.01.2021 wieder 19%.
Wohl dem, der die Kasse selbst programmieren kann.

Haben Sie ein All Inclusive Angebot (z.B. Hotels) für Speisen und Getränke, wird der Getränkeanteil pauschal mit 30% angesetzt.
Bei Businesspackages oder Sevicepauschalen in Hotels wird der Anteil vom nicht ermäßigten Steuersatz von 20 auf 15% gesenkt. Auch diese Regelung gilt 1 Jahr bis 30.06.2021.


Pfandbeträge
Nehmen Sie Leergut zurück, ist dies eigentlich eine Entgeltminderung, und es müsste der Steuersatz der ursprünglichen Lieferung korrigiert werden. Dies ist natürlich unmöglich.
Daher ist es zulässig, für 3 Monate nach Inkrafttreten der Steuersatzänderung den bisherigen Steuersatz anzuwenden.


Ich hoffe, diese Zeilen helfen Ihnen im täglichen Geschäft weiter.
Es gibt noch zahllose weitere Klippen unter der Meeresoberfläche. Diese gelten aber nur für bestimmte Gruppen, daher führt es zu weit, hier alles auf zu führen.
Bei Unklarheiten gilt wie immer: Blöde Fragen gibt es nicht, also immer raus damit.

Ich wünsche Ihnen immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Über das neue Unterstüztungspaket der Bundesregierung zur Minderung der Coronafolgen wurde viel diskutiert. Vor allem über die Senkung der Umsatzsteuer und ihre erheblichen bürokratischen Folgen.
Untergegangen ist die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung. Aber auch die ist nicht für jeden gut.
Die degressive Abschreibung unterscheidet sich von der linearen Abschreibung in einem wesentlichen Punkt:
Statt jährlich den gleichen Betrag abzuschreiben, wird die Anschaffung mit jährlich 25% abgeschrieben. Diese 25% beziehen sich auf den jährlichen Restwert.
Im ersten Jahr auf den Anschaffungswert (z.B. Anschaffung € 1000,- 25% AfA = €250 Restwert € 750,-) . Im zweiten Jahr auf den Restwert, (€ 750,- 25% = € 187,50, Restwert € 562,50). Und so weiter…
Maximal darf aber nur das 2.5fache der linearen Abschreibung angesetzt werden.
Das Ganze gilt für Anschaffungen in den Jahren 2020 und 2021.

Vorteil gegenüber der linearen Abschreibung: Keine Zwölftelung im Anschaffungsjahr, am Anfang höhere Abschreibung als am Ende.
Das Ganze lohnt sich also nur für Firmen, die jetzt mit höheren Steuern rechnen, als in den nächsten Jahren. Z.B. weil die ersten Monate noch gut liefen, aber sie sich nur langfristig wieder erholen.
Oder für Firmen, denen es in 2021 schon wieder gut geht und die nun die Anschaffung über eine anfänglich erhöhte Abschreibung finanzieren möchten.

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